28.07.2005 Quelle:
Networld
Forschung:
Handys könnten den Grauen Star fördern
Elektromagnetische Strahlung wirkt negativ auf Augenlinsen
Einer Studie des Technion -
Israel Institute of Technology - könnte die elektromagnetische Strahlung
beispielsweise von Mobiltelefonen dauerhafte und unheilbare Schäden im
Auge verursachen. Vor allem den Grauen Star scheint die Strahlung zu fördern.
Die Auswirkungen von
elektromagnetischer Strahlung auf den menschlichen Organismus sind schon
seit Jahren unter Wissenschaftlern Gegenstand von Diskussionen. Die
technischen Entwicklungen wie Handys und Schnurlostelefonen, drahtlose
Kommunikation sowie Monitore und Hochspannungsleitungen wurden in
zahllosen Studien auf ihre Einflüsse auf den Menschen untersucht, wobei
hingegen die Untersuchungen über Mikrowellenbestrahlungen auf das Sehen
und vor allem auf die Augenlinse ein nicht so bekanntes Forschungsgebiet
sein dürften.
Die Hauptmotivation war die nach Ende des 2. Weltkrieges die zunehmenden
Beschwerden von Soldaten, die Radarstrahlung ausgesetzt gewesen sind.
Unter anderem interessierte die Entwicklung des Grauen Stars, eine Trübung
der Augenlinse die Farben zu Grautönen verschwimmen lässt.
In der Studie von
Wissenschafftlern der Medizinischen Fakultät am Technion wurde eine
Verbindung zwischen der Mikrowellenstrahlung und der Entwicklung des
Grauen Stars nachgewiesen. Die von toten Rindern stammenden Augen wurden
in zweiwöchigen Testphasen einer Strahlung ausgesetzt - 2 Milliwatt bei
1,1 GHz. Eine Gruppe wurde rund um die Uhr bestrahlt, jede Stunde 50
Minuten lang gefolgt von einer 10minütigen Pause, in der die optische
Qualität untersucht wurde. Die Temperatur der Linsen wurde die ganze Zeit
über mit Hilfe eines Inkubators konstant gehalten. Die bestrahlten Linsen
entwickelten eine makroskopische Schädigung, die die optische Qualität
beeinflusste.
Interessanter Weise erreichte man in einer weiteren Versuchsanordnung die
gleichen Schäden auch mit nur halb so hoher Strahlungsintensität - in
der doppelten Zeit. Dies zeigt, dass eine einfache Herabsetzung der
Abstrahlung letztlich überhaupt nichts nutzt, wenn die Bestrahlungsdauer
nur lang genug währt. Während der makroskopische Schaden teilweise etwas
abheilte, war der mikroskopische Schaden in Form kleiner Bläschen
irreversibel und stieg immer mehr an.
Nach Angaben des Forschers Professor Levi Schächter macht es deshalb auch
Sinn, nicht nur den SAR-Wert (Watt pro Kilogramm) im Auge zu behalten,
sondern auch die Specific Energy Absorption (SA), die die Energiedichte
beschreibt, die durch das Gewebe ins Verhältnis zu seine spezifischen
Gewicht (Wichte) aufgenommen wird. Dieser Wert wird derzeit nach Angaben
der Wissenschaftler bei Handys vollkommen ignoriert.
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